COPD Medikationsplan im Visier
Liegt es an der wärmeren Jahreszeit, am Bedürfnis eines Frühjahrsputzes, und oder an der Sehnsucht nach Aufbruchstimmung in schwierigen Zeiten? Ich habe seit einiger Zeit das Gefühl, dass viel mehr COPD Betroffene sich aufbäumen. Noch engagierter und aktiver mit ihrer Krankheit umgehen. Detailliert durchforsten, was sie tagtäglich an Medikamenten einnehmen und viele Fragen stellen. Das Vertrauen in Ärzte ist gut, aber in Anbetracht des unter Druck stehenden Gesundheitssystems unseres Landes schadet ein wenig mehr an Selbstverantwortung nicht.
Service der Apotheken-Umschau
Medikamente sollte nicht eigenständig reduziert oder abgesetzt werden. Ist allen bekannt. Nach einer Studie der Apotheken-Umschau lesen sich viele Patienten ihre Beipackzettel gar nicht erst durch. Sie begründen es damit, Angst zu haben, die Medikamente erst gar nicht erst einzunehmen, wenn sie die ellenlange Liste der Nebenwirkungen kennen würden. Dann also besser Rücksprache mit seinem Arzt halten. Zur Wahrheit gehört auch, dass nicht wenige Ärzte unter Zeit- und Termindruck arbeiten. Sie sind systembedingt überfordert. Der Patient ist zur Fallpauschale degradiert. Er kostet viel Zeit und Geld. Nicht jeder Mediziner stimmt den Medikationsplan zusammen mit seinen Patienten ab und aktualisiert nach Laboranalysen, wenn erforderlich. Vergleichen, ob das neue Medikament des Kardiologen mit dem des Pneumologen harmoniert, kann jeder selbst.
Medikamente auf den Prüfstand bringen
Aus Chats ist bekannt, dass mittel- und schwergradige COPD Patienten mindestens 2 Medikamente einnehmen. Wie steht es um die Wechselwirkungen? Betroffene können seit geraumer Zeit vorab selbst prüfen, of Arzneiwirkstoffe sich gegenseitig beeinflussen, aufheben oder verstärken. Dank des Online Portals der Apotheken-Umschau. Einfach zu bedienen und übersichtlich. Per Klick sind sofort Wechselwirkungen und Verträglichkeiten überprüfbar. Ergänzend dazu mit diesem Ergebnis den Apotheker seines Vertrauens zu kontaktieren, der ja nach der Apothekenvertriebsordnung zur Beratung über Anwendung, Dauer und Dosierung und verpflichtet ist, macht Sinn.
Apotheken-umschau.de/Medikamente/Wechselwirkungscheck
Getestet habe ich die mir seinerzeit verordneten Medikamenten Spiriva und Berodual. Beide in die vorgesehenen Register eintragen und dann auf Start klicken zur Überprüfung. Das Ergebnis: Spiriva und Berodual behindern oder verstärken sich nicht in deren Wirkungsweisen. Bis zu 15 Medikamente lassen sich auf diese Weise in den Wechselwirkungen per Klick überprüfen. Schade, dass Nebenwirkungen vergessen wurden.
www. Nebenwirkungen.bund.de
www.pei.de
Es ist überhaupt schwierig, sich über Nebenwirkungen auf deutschen Webseiten zu informieren. Noch vor Corona war mir das Portal „nebenwirkungen.pei“ immer eine hilfreiche Stütze. Jetzt ist es offline, nicht mehr existent. Stattdessen werden vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, BfArM, und des Paul Ehrlich Institutes Informationen über Nebenwirkungen an die Bevölkerung nicht mehr offiziell publiziert. Das Institut dreht den Spieß um. Die Patienten sind in der Bringschuld. Jeder kann mit Adresse, konkreten Daten und persönlichen Angaben Nebenwirkungen melden. Viel unbürokratischer und transparenter geht es bei unseren Nachbarn in der Schweiz zu. Immer wieder gerne schaue ich mich auf deren Webseite um.
www. Pharmawiki.ch.
Das Portal ist unabhängig und spendenfinanziert. Ist daher sehr informativ und kommt ohne Fake news aus. Wirkstoffe der Pharmapräparate sind farbig unterlegt, können angeklickt werden mit weiterführenden Informationen und Nebenwirkungen. Im Selbsttest habe ich mich gut informiert über Berodual und Spiriva. Einfach die Namen der Medikamente in die Suchfunktion der Lupe eintragen. Fertig. Berodual und Co gehören zur Gruppe der Beta-2-Sympathamimetika. Die chemischen Wirkstoffe sind in zartblauer Farbe im deep link hinterlegt. Anklicken. Es erscheint Fenderol als Hauptbestandteil. Nebenwirkungen des chemischen Arzneistoffs können sein: Husten, Zittern ( Tremor ), Herzrhythmusstörungen, Hypokaliämie, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen. Bei Spiriva Respimat und Spiolto ist einer der Hauptbestandteile der chemische Wirkstoff Tiotropium, ein Anticholinerikum, das Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Heiserkeit, Mundtrockenheit, Schleimhautentzündung verursachen kann.
Die Zukunft liegt in der Molekularmedizin und Epigenetik
Noch immer fokussiert sich die Schulmedizin beim Behandlungsschema der COPD ausschliesslich auf die traditionellen Diagnostikverfahren wie Röntgen, Radiologie, CT, Lungenfunktionstest und BGA. Therapien bestehen darin, dem Körper chemische Stoffe zuzuführen, damit es ihm besser gehen soll. Die revolutionären Forschungserkenntnisse der Mikronährstoffmedizin und orthomolekularen Erkenntnisse fließen noch nicht in das Behandlungskonzept der COPD ein. Doch das große Umdenken in Facharztpraxen und Krankenhäuser kommt so langsam in Gang.
Wer wagt, kann mehr Lebensqualität gewinnen
Es braucht immer Exoten, die als Pioniere den Weg ebnen, um Erfahrungen und Erfolge nachzuweisen. Kurz nach meiner Diagnose hatte ich das große Glück, mit Hilfe der Molekularmedizin und ihren spezialisierten Labortechniken die Mängel in den Analysen meines Blutbildes aufzuspüren und therapieren zu lassen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den Laborwerten. Körpereigene Stoffe wie Amino- und Fettsäurestatus und Hormonspiegel untersuchen lassen. Sehr wichtig: Das Substituieren gehört in die Hände der Molekularmediziner.
Tipp: Hartnäckig sein
Wenn der Arzt willig ist, die Notwendigkeit der aufwändigen Laboruntersuchung bescheinigt, weil bei COPD eine „Multimorbidität“ vorliegt, bewilligt die Krankenkasse diese etwas aufwändigen Spezialests zu einem gewissen Teil. Ca. 40 Euro beträgt mein Eigenanteil der Blutkontrollmessung pro Jahr. Zahle gerne für ein Stück mehr an Gesundheit, das ich gewinne.
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