Das mysteriöse Fatigue Syndrom bei COPD
Schon morgens nach dem Aufstehen bleiern müde? Total erschöpft? Nur 2 bis 3 Stunden am Stück geschlafen? Keine Lust zu gar nichts. Freude am Leben fehlt? Der Alltag ist ein großer Kraftakt? Energiereserven sind aufgebraucht? Nicht mehr so belastbar ? Stimmungsschwankungen und Depressionen?
Wer einiges bejahen kann, sollte dies nicht auf sich beruhren lassen. Es könnte sich um die noch wenig erforschte Begleiterkrankung Fatigue handeln. Benannt nach dem Französischen Fatigue, was so viel wie müde und erschöpft heißt. Lange galt die medizinische Lehrmeinung, dass sich das Fatigue Syndrom meist im Zusammenhang mit Krebspatienten zu beobachteten ist. Der österreichische Lungeninformationsdienst hat sich näher damit auseinandergesetzt. Und beobachtet die Fatigue Erkenntnisse bei COPD.
Fatigue Forschung steckt noch in den Kinderschuhen
Niederländische Wissenschaftler sind dabei, innerhalb der COPD Patienten untersuchen zu lassen. Antriebsstörung, Mangel an Motivation, Müdigkeit, Energiemangel, gesteigertes Ruhebedürfnis, reduzierte körperliche Belastbarkeit, gestörtes Schlafverhalten und Konzentrationsstörungen. Ein gewaltiger Symptomkomplex gilt es mit Studien voranzutreiben. Damit gezielt Therapien mit Medikamenten entwickelt werden können.
Das Erschöpfungssyndrom entwickelt sich schleichend
COPD ist multimorbid, betrifft alle Organe und ist chronisch. Lebenslang mit ihr leben. Begleitsymptome wie Fatigue zehren an den Energieressourcen des Körpers. Sie belasten die stark geschwächte Lunge. Selbst kleinste Anstrengungen sind ein Kraftakt für den Organismus, den Sauerstofftransport bis in die kleinsten Zellen hinein sicherzustellen und Kohlendioxid abzuführen. Revitalisierung ist notwendig.
Die Methoden der Schul und Hochleistungsmedizin für die Diagnostik einsetzen.
Organische Ursachen unbedingt abklären lassen Um eine Anämie, Schilddrüsenerkrankung, oder eine Schlafapnoe auszuschließen. Beim Fatigue Syndrom führen bereits einfache Aktivitäten wie Zähneputzen und Kochen zu unverhältnismäßigen Erschöpfungszuständen. Auch wurde das Fatigue Syndrom bei Patienten, die zusätzlich an einem Reizdarm leiden, beobachtet. Ob diese Beschwerden über eine spezielle Ernährungstherapie verbessert werden können, ist ebenso noch wenig erforscht. Das Fatigue Syndrom darf nicht mit dem chronischen Fatigue Syndrom ( DFS) verwechselt werden . Hierbei handelt es sich um eine eigenständige Erkrankung neurologische Erkrankung.
Wirksame Therapien zur Verbesserung der Fatigue durch Body-Mind Medizin
Dieser moderne Therapieansatz kommt aus den USA. Es ist keine Akutmedizin, sondern setzt auf nachhaltigen Trainingseffekt. Dr. Anna Paul, die am Knappschaftskrankenhaus in Essen mit Body-Mind Medizin behandelt, erklärt: „Wenn Muskel schmerzen, verkrampfen und auf Nerven drücken, verschreibt die konservative Schulmedizin Schmerztabletten“. Die Body-Mind Medizin geht tiefer, sucht nach der Ursache, minimiert den Schmerz und versucht mit sanften nicht-medikamentösen Therapien zu behandeln. Um den Schmerz nicht chronisch werden zu lassen. Das geht nicht im Hauruck Verfahren, sondern passiert über einen längeren Therapieplan und nachhaltig. Der Patient muss mithelfen. Behandlungen werden so kombiniert, dass sie sich für Körper, Seele und Geist wie ein Mosaik zusammenfügen.
Die Deutsche Fatigue Gesellschaft d.V. (DFaG) ist eine gute Informationsquelle
Für den Alltag empfiehlt sie chronisch Erkrankten mit COPD und Fatigue Syndrom sich 2 bis 3 mal pro Woche auszupowern mit Ausdauer und oder Krafttraining, je nach individueller Möglichkeite. Geeignete Sportarten sind solche, bei denen man sich nur moderat anstrengen muss wie Nordic Walking, Fahrradfahren, Yoga, Tai-Chi. Qi-Gong, Atemübungen, Meditation, Autogenes Training und Musiktherapie. Ausserdem empfiehlt sie mehr Ruhepausen am Tag einzulegen.
Wer mehr wissen möchte, wendet sich direkt an die DFaG
Deutsche Fatigue Gesellschaft e.V., ( DFaG), Maria Hilf Stra.15, 50677 Köln.
Telefonischer Kontakt: 0221/9311596
info@deutsche-fatigue-gesellschaft.de
Ausserdem beim Verein Fatigatio e.V. Tel.: 030 31018890.
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